Schweinegrippe: WHO ruft Pandemie aus

Juni 12, 2009  
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Nachdem es in der vergangenen Zeit etwas ruhiger um die Neue Grippe, die so genannte Schweinegrippe, geworden war, hat sich die WHO nun doch entschlossen, sie zur Pandemie zu erklären. Gleichzeitig wird jedoch vor Panik gewarnt. Ulla Schmidt sagte, dass sich deswegen in Deutschland faktisch nichts ändern werde.

Genf – Nun ist es offiziell: Die Schweinegrippe wird von der Welt­gesundheits­organisation (WHO) zur Pandemie erklärt und die dazugehörige Warnstufe sechs, die höchste, ausgegeben. Das gab WHO-Direktorin Margaret Chang am Donnerstag Abend auf einer Pressekonferenz in Genf bekannt. Wörtlich äußerte sie: „Das Virus kann nicht gestoppt werden.“ Sie schränkte jedoch ein, dass es sich um eine „gemäßigte Pandemie“ handele. Eine Empfehlung der WHO, Grenzen zu schließen, werde es nicht geben. Daher sind auch keinerlei Reisebeschränkungen oder Restriktionen im Güterhandel oder Dienstleistungen vorgesehen.

Frankreich bleibt bei Stufe fünf

Mehr als 40 Jahre ist es her, seit die WHO zum letzten Mal eine Grippe-Pandemie ausgerufen hat. Bislang gibt es weltweit rund 28.000 Krankheits- und über 140 Todesfälle, die bestätigt sind. Am 29. April hatte die WHO die Pandemie-Warnstufe fünf ausgegeben. Diese sagt aus, dass eine Pandemie unmittelbar bevorsteht. Die französische Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot hat bereit verlautbaren lassen, dass Frankreich ungeachtet der WHO-Empfehlung die niedrigere Stufe fünf beibehalten wird.

Deutschland ist vorbereitet

Die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte am Donnerstag in Berlin, dass man seit einiger Zeit mit der Entscheidung der WHO, den Pandemiefall auszurufen, gerechnet habe. Dennoch müssten die deutschen Behörden keine neuen Maßnahmen ergreifen, sagte Schmidt. Faktisch ändere sich in Deutschland mit der Ausrufung der Phase sechs bei der gegenwärtigen Lage nichts. Deutschland ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums gut vorbereitet. Der Nationale Pandemieplan steht und bietet hier Sicherheit. Er wurde in den letzten Jahren in allen Details gemeinsam von Bund Ländern ausgearbeitet.

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

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