Papillomviren: Schon viele Kinder sind infiziert

Mai 19, 2009  
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Seit einigen Jahren gibt es sie nun, die Impfung gegen die Papillom-Viren, die für den Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sein sollen. Bisher gab es sie für junge Mädchen. Jetzt ergab eine Studie, dass viele Mädchen schon im Kleinkindalter mit den Viren infiziert sind. Ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis, dass schon Kleinkinder geimpft werden müssen?

Wien – Für Mädchen ab zwölf Jahren wird eine Impfung gegen die Papillom-Viren empfohlen. Sie stehen im Verdacht, Gebärmutterhalskrebs auszulösen. Doch Mediziner in Wien fanden jetzt heraus: Schon lange vor dem ersten Geschlechtsverkehr können Mädchen mit den Papillomviren infiziert sein.Bisher ging man davon aus, dass sie beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die Forscher um Daniela Dörfer von der Medizinischen Universität Wien folgerten daher, dass darüber nachgedacht werden müsse, Mädchen schon als Babys gegen Papillomviren zu impfen.

Dörfer und ihr Team testeten 110 Mädchen im Alter von vier bis 15 Jahren auf Papillomviren. Knapp ein Fünftel der Kinder trug diese Erreger in sich. Von diesen 20 Kindern trugen 15 riskante Virentypen, denen eine Rolle bei der Entstehung von Krebs zugerechnet wird.

RKI: Altersempfehlung war sinnvoll

Ivonne Deleré vom Fachgebiet Impfprävention des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin zeigte sich von den Ergebnissen nicht überrascht. Denn die HP-Viren (Humane Papillomviren) sitzen überall auf der Haut, und somit auch an der Vagina. Die Übertragung erfolgt durch Berührungen. Darum sein die Infektion der Haut am Gebärmutterhals zwar besonders riskant, das Gebiet sei aber durch seine Lage im Inneren des Körpers recht gut geschützt.
Über das richtige Alter für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs sei vor deren Einführung durchaus diskutiert worden, so Deleré. Schließlich wolle man das Optimum erreichen. Man habe sich letztlich für die Empfehlung, Mädchen erst ab zwölf zu impfen, um die Kinder nicht zu verschrecken. Schließlich sei es schwierig, ein kleines Mädchen, das noch mit Teddys und Puppen spielt, über eine sexuell übertragbare, möglicherweise Krebs verursachende Krankheit aufzuklären.

Die meisten Infektionen mit Papillomviren kann das Immunsystem bekämpfen, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Die allgemeine Impfempfehlung für Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren hatte das RKI im Frühjahr 2007 ausgesprochen, weil Krebs entstehen kann. Die verabreichte Impfung wirkt gegen die Virentypen HPV-16 und HPV-18, die die Ursache von 70 Prozent aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs sind. Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 6000 Frauen an dieser Krebsart, rund 1700 von ihnen erliegen ihr.

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