Welt-Hepatitistag: Etwa eine Million Deutsche sind betroffen

Mai 19, 2009  
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Der heutige Tag ist der Welt-Hepatitistag. Hepatitis betrifft in Deutschland geschätzt eine Million Menschen, und doch ist diese Krankheit ein Mysterium. Kaum jemand kann auf Anhieb erklären, wie sich die drei Typen unterscheiden und wie man sich schützen kann. Medavit hilft.

Berlin – Heute beschäftigt sich die Welt mit der Hepatitis. Das ist auch dringend notwendig, denn auf diesem Gebiet herrscht viel Unwissen. Die Hepatitis verläuft in fünf Typen, wobei die Typen A, B und C die bekanntesten sind.

Typ A

  • akute Leberentzündung
  • verläuft nie chronisch
  • heilt meist spontan aus
  • Übertragung meist durch verunreinigtes Wasser oder rohe Lebensmittel in Urlaubsgebieten
  • Schutz möglich durch Impfung

Vor der Hepatitis des Typs A kann man sich leicht schützen, indem man sich vor einem Urlaub in Risikogebieten (Südostasien, Russland, im vorderen Orient, Mittelmeerraum, Afrika, Mittel- und Südamerika) impfen lässt. Die Symptome des Typs A sind: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit, in seltenen Fällen Gelbsucht (gelbliche Verfärbung der Haut). In der Regel treten sie etwa 28 Tage nach der Infektion auf.

Typ B

  • Leberentzündung
  • zu 90 Prozent akut verlaufend
  • gelegentlich chronisch
  • mit rund 350 Millionen chronisch infizierten Menschen die weltweit am häufigsten auftretende Virusinfektion
  • Therapie nur eingeschränkt möglich
  • Schutz möglich durch Impfung

Die Hepatitis B ist die weltweit häufigste Virusinfektion. Wird sie nicht erkannt, kann sie eine chronische Leberentzündung verursachen, die wiederum ein Leberkarzinom oder eine Leberzirrhose nach sich ziehen kann.

Hepatitis A-Viren treten weltweit auf. Die Übertragung erfolgt entweder über die Eltern, durch Blutkontakt bei offenen Wunden oder infizierten Blutkonserven sowie auf sexuellem Wege. Bei Patienten mit einer hohen Virenkonzentration kann die Übertragung auch über Speichel, Urin, Sperma, Galle oder Muttermilch erfolgen. In Deutschland finden sich die Betroffenen gehäuft im so genannten Fixer-Milieu und unter männlichen Homosexuellen. Auch Personen aus dem arabischen oder türkischen Raum sind gehäuft betroffen, sie werden meist bei der Geburt infiziert.

Einen sicheren Schutz vor Hepatitis bieten die Impfung und  Safer Sex. Um auszuschließen, dass man selbst betroffen ist und andere vor Ansteckung zu schützen sowie um die Dunkelziffer der Betroffenen in Deutschland zu minimieren, rät die „Ärzte-Zeitung“ zum Test.

Typ C

  • Leberentzündung
  • in 80 Prozent der Fälle chronisch
  • Therapie abhängig vom Virustyp eingeschränkt möglich
  • bisher keine Impfung

Die Infektion mit Hepatitis C ist in 30 Prozent der Fälle nicht mehr nachvollziehbar, jedoch erfolgt die Übertragung über das Blut und damit sind sämtliche offene Wunden, verunreinigte Spritzen, unsaubere Piercings und Tätowierungen sowie ungeschützer Geschlechtsverkehr oder Blutkonserven, die vor dem Jahr 1990 verabreicht wurden, Risikofaktoren.

Einen wirksamen Schutz in Form einer Impfung gibt es bisher nicht. Darum sollte als Schutzmaßnahme der offene Kontakt mit blutenden Wunden vermieden werden, Safer Sex kann ebenfalls vorbeugen. Infizierte sollten es vermeiden, Nagelscheren, Zahnbürsten und Rasiermesser gemeinsam mit Nichtinfizierten zu nutzen.

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