Apotheker fragen zu wenig

August 5, 2009  
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„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“. Bei jeder Werbung für Medikamente wird dieser Hinweis eingeblendet. Laut einer neuen Studie jedoch informieren Apotheker zu selten über Neben- und Wechselwirkungen.

Apotheker fragen laut einer Studie zu selten nach anderen eingenommenen Medikamenten - Foto: pixelio.de

Apotheker fragen laut einer Studie zu selten nach anderen eingenommenen Medikamenten - Foto: pixelio.de

Hamburg – Wer vom Arzt ein Medikament verschrieben bekommt, geht in der Regel davon aus, dass ihn sein Apotheker auf eventuelle Wechselwirkungen hinweist. Doch offenbar verlassen sich die Apotheker auf die Verschreibung der Ärzte und fragen kaum nach anderen eingenommenen Medikamenten. Das ergab jetzt ein Studie, die vom Forschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt wurde.

Jeder Zweite selten oder nie vom Apotheker befragt

Demnach gaben rund 61 Prozent der Befragten an, von ihrem Arzt regelmäßig danach gefragt zu werden, welche Medikamente sie einnehmen. Von Apothekern hingegen wurde hingegen jeder Zweite selten oder nie nach anderen Medikamenten gefragt. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) weist diese Studie als eine gezielte Verunsicherung der Patienten durch die Krankenkasse zurück.

Der DAV-Vorsitzende Fritz Becker warf der TK vor, dass gerade diese Kasse besonders an der guten und umfassenden Information des Patienten spare. Dies wiederum wirke sich auf die Transparenz sowie die Versorgunssicherheit aus. Mit ihren Rabattverträgen überlasse es die TK allein den Apotheken, die Patienten über den so notwendigen Medikamententausch zu informieren.

Ärzte sollten auch mehr fragen

Die TK betonte dagegen, dass die Nachfrage nach regelmäßig eingenommenen Medikamenten durch den Apotheker unerlässlich sei, da es sonst zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen könne. Angesichts dieser Gefahr sieht sie jedoch auch die Quote von 61 Prozent bei den Ärzten für ausbaufähig an. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

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