Verhütungsmittel

April 17, 2014  
abgelegt unter Prävention

Frau packt Kondom ausDer Wunsch, den Zeitpunkt einer Schwangerschaft selbst bestimmen zu können, ist wohl so alt wie die Menschheit. Schon in den frühen Hochkulturen aßen Frauen bestimmte Pflanzen oder Kräuter, um eine Empfängnis zu verhüten und schon die ersten Prostituierten verhüteten mit kleinen Schwämmchen, die mit Substanzen getränkt waren. Doch einen echten Durchbruch brachten erst Verhütungsmittel wie das Kondom, wie wir es heute kennen und vor allem die Antibaby-Pille. Bis dahin waren alle Verhütungsmethoden eher dem Glücksprinzip untergeordnet.

Arten der Verhütung

Heute unterscheidet man in die hormonellen Verhütungsmethoden, die Barriere-Methoden, die natürlichen Methoden und die operativen Methoden.

hormonelle Verhütung

Zu den hormonellen Verhütungsmitteln zählt man neben der Antibaby-Pille auch die Dreimonatsspritze, Hormonimplantate, Hormonpflaster sowie den Vaginalring. Alle diese Methoden gelten als sehr sicher, haben aber den Nachteil, dass die Hormone nicht von allen Frauen vertragen werden. Als Vorteil ist zu sehen, dass die heutigen Antibaby-Pillen in ihrer Dosierung wesentlich geringer sind als ihre Vorgänger aus den 60er Jahren und insofern besser vertragen werden und weniger Nebenwirkungen aufweisen. Die Pflaster und Implantate haben darüber hinaus den Vorteil, dass die tägliche Einnahme wegfällt. Somit sind sie auch für vergessliche Frauen geeignet.

Verhütung mit Barriere-Methoden

Zu den Barriere-Methoden werden alle Methoden gezählt, die das Ziel haben, die männlichen Spermien vor einem Eindringen in die Gebärmutter abzuhalten. Das sind unter anderem das Kondom, die Spirale, das Diaphragma oder auch die Portiokappe. Alle diese Verhütungsmittel setzen jedoch voraus, dass ein sicherer Umgang gewährleistet ist. Beim Diaphragma und der Portiokappe muss die Frau zudem ihren Körper sehr gut kennen.

natürlichen Verhütungsmethoden

Die so genannten natürlichen Verhütungsmethoden sind zum großen Teil nicht empfehlenswert, da sie nicht zuverlässig sind und der Pearl-Index (Anzahl der Schwangerschaften auf 100 Anwendungen) sehr hoch ist. Zu ihnen gehören der Coitus Interruptus, also das vorzeitige Herausziehen des Penis vor dem Samenerguss, die Temperaturmethode, Knaus-Ogino oder auch Scheidenspülungen sowie moderne Verhütungscomputer. Letzterer wertet Temperaturmessungen automatisch aus, jedoch bleibt das Problem der Unzuverlässigkeit der Methode erhalten. Ging man früher davon aus, dass eine Frau in der Stillperiode nicht wieder schwanger werden kann, wird heute dringend davon abgeraten.

operativen Methoden zur Verhütung

Die zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden zählenden sind die operativen Methoden, also die Sterilisation des Mannes (Vasektomie) oder der Frau. Bei ersterem ist dies ein ambulanter Eingriff, bei dem die Samenleiter durchtrennt werden. Nach einer Vasektomie bleibt der Mann noch etwa drei Monate zeugungsfähig, da sich in der Samenblase und im Gangsystem noch Spermien befinden können. Der Eingriff kann rückgängig gemacht werden, die Erfolgsaussichten auf eine Zeugung sind danach jedoch geringer. Bei der Sterilisation der Frau werden die Eileiter durchtrennt. So bleibt der Hormonhaushalt erhalten. Dieser Eingriff kann nur sehr schwer rückgängig gemacht werden.

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