Angstzustände

September 8, 2009  
abgelegt unter Krankheiten, psychische Krankheiten

Die Medizin spricht von einer Angststörung, wenn das Gefühl der Angst ohne wirklichen Grund auftritt und anhält. Angstzustände werden unterschieden in Panikattacken, generalisierte Angstzustände und Phobien. Unbehandelt werden solche Angststörungen oft chronisch und verschlimmern sich. Darüber hinaus können sie zu weiteren seelischen Erkrankungen wie Depressionen führen. Angststörungen sind häufiger als man annehmen würde, etwa zehn Prozent der Deutschen leiden an behandlungsbedürftigen Angstzuständen.

Von einer Panikattacke spricht man, wenn die Angst plötzlich, scheinbar grundlos und heftig auftritt. Der Betroffene fühlt sich oft regelrecht gelähmt, ist unfähig, der Angst etwas entgegen zu setzen. Ein generalisierter Angstzustand ist gekennzeichnet von einer ständig gefühlten Bedrohung ohne einen echten Anlass dafür. Von einer Phobie spricht die Medizin, wenn der Patient sich vor bestimmten Gegenständen oder Situationen fürchtet, sich ein Angstszenarium ausbaut. In den meisten Fällen sind die Patienten in der Lage zu erkennen, dass diese Angst nicht rational haltbar ist, können jedoch trotzdem nichts gegen die Phobie tun. Eine andere Form der Angststörung ist dann gegeben, wenn der Patient überhaupt keine Angstgefühle kennt.

Angstzustände gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen überhaupt und entwickeln sich meistens vor dem 45. Lebensjahr. Phobien sind in diesem Krankheitsbild zwar die am häufigsten auftretende Form, werden aber selten behandelt. Panik hingegen wird sehr oft behandelt, obwohl sie im vergleichsweise selten auftritt.

Die genauen Ursachen für Angstzustände sind bis heute nicht vollkommen geklärt, es existieren jedoch zahlreiche Ansätze. Die psychoanalytische Theorie geht davon aus, dass innere Konflikte sowie der vergebliche Versuch, diese zu lösen, zu Ängsten führen können. Für Phobien geht die Psychoanalyse von Umlegungen ungelöster Konflikte auf bestimmte Situationen und Gegenstände aus.

Im lerntheoretischen Ansatz wird hingegen für Phobien davon ausgegangen, dass diese erlernt werden, also ehemals neutrale Situationen oder Gegenstände/Tiere einmal „auffällig“ werden und danach mit Angst besetzt werden. Dies würde die so genannte Erwartungsangst erklären, die hauptsächlich bei Panik auftritt. Das ist sozusagen die Angst vor der Angst.

Typische Symptome bei Angstzuständen sind Herzrasen oder Schweißausbrüche. Dies führt dazu, dass viele Betroffene sich zunächst mit körperlichen Beschwerden an ihren Arzt wenden, der dann eine Angststörung diagnostiziert.

Therapieansätze bei Angstzuständen können Entspannungstechniken sein wie Autogenes Training, Meditation oder Progressive Muskelentspannung. Eine psychologische Betreuung mittels einer Gesprächs- oder Verhaltenstherapie ist ebenfalls empfehlenswert. Besonders letztere kann den Patienten dazu bringen, in vormals angstbesetzten Situationen anders zu reagieren und so die Angst in den griff zu bekommen. In schweren Fällen können auch psychiatrische Ansätze verfolgt werden, in denen entängstigende Psychopharmaka eingesetzt werden. Aufgrund der Nebenwirkungen und der Gefahr der Abhängigkeit können diese jedoch nur das Mittel für einen Anfang aus der Angst sein, keine Dauerlösung.

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