Zu viele Gelenk-Prothesen sind mangelhaft

Oktober 8, 2009  
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Wer im Mittelalter alt und gebrechlich wurde, konnte seine Tage zählen. Rollstühle oder gar Gelenk-Prothesen gab es nicht. Heute ist das anders, doch viele der Prothesen weisen Mängel auf. Zu viele, findet die Techniker Krankenkasse.


Hamburg – Jeden Tag werden zwölf Menschen in Deutschland operiert, weil ihre Hüftprothese bereits nach zwei Jahren fehlerhaft ist. Bei Knieprothesen sind es täglich zehn Patienten, die erneut unters Messer müssen. Denn etwa 3,5 Prozent der Hüft- und 3,8 Prozent der Knieprothesen sind mangelhaft und haben Ausfälle, die meist auf mechanische Probleme zurück zu führen sind. Das ist das Ergebnis einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) der Techniker Krankenkasse (TK).

Daher fordert der Direktor des WINEG, Frank Verheyen, ein Prothesen-Register nach schwedischem Vorbild auch in Deutschland. In dem skandinavischen Land werden die einzelnen Modelle gelistet und auch Probleme vermerkt. Auch die Hersteller profitieren von diesem System, weil sie eine umfassende Rückmeldung zu ihren Produkten erhalten. In Schweden ist so die Zahl der Folgeoperationen stark zurück gegangen. Verheyen begrüßt darüber hinaus die momentanen Bestrebungen, Rückrufaktionen für fehlerhafte Gelenkprothesen gesetzlich festzulegen.

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