Medwedew kämpft gegen Trunksucht der Russen

Wer kennt es nicht, das Bild des ewig Vodka trinkenden Russen, der seinen selbstgebrannten Schnaps bei jeder Gelegenheit mit einem herzlichen „Na sdarowje!“ herunter kippt. Doch inzwischen hat sich der Alkoholismus in Russland zu einem echten Problem ausgewachsen. Präsident Medwedew will eingreifen.

Präsident Medwedew möchte, dass seine Landsleute weniger trinken - Foto: fotolia.de

Präsident Medwedew möchte, dass seine Landsleute weniger trinken - Foto: fotolia.de


Moskau – Der russische Präsident Dmitri Medwedew plant, gegen den übermäßigen Alkoholgenuss seiner Landsleute vorgehen. Mittlerweile würden die Russen „mehr trinken, als in den 90er Jahren, als die Zeit wirklich hart war“, erklärte Medwedew laut Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti während eines Treffens mit der russischen Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa. Darüber hinaus hätte der Präsident ein mehrstufiges Programm sowie weitere Maßnahmen im Kampf gegen die Trunksucht der Russen angekündigt.

Offizielle Angaben sprechen von jährlich rund einer halben Million menschen in Russland, die an den Folgen des Alkoholismus sterben. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass die Lebenserwartung russischer Männer unter der ihrer Geschlechtsgenossen in armen Ländern wie beispielsweise Bangladesch oder Honduras liegt.

Michail Gorbatschow, der ehemalige russische Präsident, sagte im Fernsehen, dass das Land sich wegen der weit verbreiteten Trunksucht seiner Bürger auf eine Katastrophe zu bewege. Er hatte während schon in seiner Amtszeit in den 80er Jahren die staatliche Vodka-Produktion herunterfahren lassen und illegale Destillen bekämpft. Die unter seiner Regierung gestartete größte Anti-Alkohol-Kampagne, die es jemals in der Sowjetunion gegeben hatte, löste seinerzeit öffentliche Empörung aus.

Boris Jelzin, der Nachfolger Gorbatschows, hatte sich im Kampf gegen den Alkohol wesentlich gelassener gezeigt. Ein Schelm, wer dabei daran denkt, dass auch Jelzin dem Alkohol alles andere als abhold gewesen ist.

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