Immer mehr Frauen fallen Lungenkrebs zum Opfer

Mai 29, 2009  
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Frauen dringen in alle vermeintlich männlichen Domänen ein. Erst durften sie wählen, dann in Männerjobs arbeiten. Und jetzt haben sie die schlechten Angewohnheiten der Männer übernommen und sterben an den gleichen Folgen.

Wiesbaden – Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltnichtrauchertages am kommenden Sonntag mitteilt, sterben immer mehr offenbar rauchende Frauen an Atemwegskrebs. Im Zeitraum von 20 Jahren verdoppelte sich die Zahl der Frauen fast, die an Krebs der Lunge, der Bronchien, der Luftröhre oder des Kehlkopfes starben. Waren es im Jahr 1987 „nur“ 6367, so stieg die Zahl auf 12.599 im Jahr 2007. Laut Statistischem Bundesamt stehen die Todesfälle „in engem Zusammenhang“ mit dem Rauchen.
Durchschnittlich lag das Sterbealter bei Frauen für alle Todesursachen im Jahr 2007 bei 80 Jahren. Die Frauen, die an einer für das Rauchen symptomatischen Krebserkrankung starben, taten dies hingegen etwa zehn Jahre früher.

Saarland und Sachsen-Anhalt Spitzenreiter

Im Gegensatz dazu sank die Anzahl der Todesfälle wegen Atemwegserkrankungen bei den Männern um acht Prozent im Jahr 2007 und beziffert sich auf 30.406. Auch sie sterben früher als ihre nichtrauchenden Geschlechtsgenossen, mit etwa 70 Jahren. Die männlichen Nichtraucher werden allerdings durchschnittlich auch nur 73 Jahre alt.

Die meisten Toten durch Atemwegserkrankungen haben laut Statistik das Saarland und Sachsen-Anhalt. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Zahl hier bei 52 von 100.000 Todesfällen, im Saarland jedoch bei 76 und in Sachsen-Anhalt bei 66 Sterbefällen. Baden-Württemberg und Bayern verzeichnen mit je 39 Toten durch Atemwegserkrankungen je 100.000 Sterbefälle die geringsten Quoten.

Zigarettenkonsum geht zurück

Laut dem Statistischen Bundesamt ging der Zigarettenkonsum von täglich 381 Millionen Stück im Jahr 2000 auf 240 Millionen Stück im vergangenen Jahr zurück. Dem gegenüber jedoch stieg der Verbrauch von Zigarren und Zigarillos im gleichen Zeitraum von sieben auf 14 Millionen Stück pro Tag.
Auch der tägliche Konsum von Feinschnitt steigerte sich von 35 auf 60 Tonnen, der tägliche Konsum von Pfeifentabak stieg von zwei auf fünf Tonnen. Insbesondere bei den Zigaretten gehen die Statistiker jedoch von höheren Zahlen aus, weil nur die in Deutschland versteuerten Tabakwaren erfasst wurden.

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

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