Glutenunverträglichkeit nimmt zu

Juli 3, 2009  
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Viele haben es, wissen aber gar nicht so genau, was sie da quält. Die meisten Betroffenen wissen nichts von ihrer Krankheit und leben so gefährlich. Bauchschmerzen, Durchfall und Mangelerscheinungen können Anzeichen für eine Glutenunverträglichkeit sein.

Glutenunverträglichkeit verursacht unter anderem Bauchschmerzen - Foto: Fotolia

Glutenunverträglichkeit verursacht unter anderem Bauchschmerzen - Foto: Fotolia

Frankfurt/Main Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen. Nach bestimmten Lebensmitteln reagieren manche Menschen mit heftigen Symptomen. Es könnte sein, dass es sich hier um eine Zöliakie, also eine Glutenunverträglichkeit handelt. Denn laut einer Studie im Fachblatt „Gastroentorology“ hat die Häufigkeit dieses Krankheitsbildes innerhalb der vergangenen 50 Jahre fast verfünffacht. Studienleiter Joseph Murray von den Mayo-Kliniken im US-Bundesstaat Minnesota fand heraus, dass die Zöliakie inzwischen einen vom hundert Menschen betrifft.

Murray hatte für seine Studie Blut auf Antikörper gegen Gluten untersucht, das den Mitarbeitern einer Militärbasis in Wyoming im Jahre 1950 entnommen worden war. Für den Vergleich machte er den selben Test mit dem kürzlich entnommenen Blut von Menschen, die ein ähnliches Alter hatten wie die Probanden von 1950. Sein Ergebnis: Bei den heutigen Probanden waren die Antikörper 4,5 Mal häufiger zu finden.

Die meisten Betroffenen wissen nichts von ihrer Krankheit

Darüber hinaus fand Murray heraus, dass die Patienten aus den 50er Jahren, die sich ihrer Erkrankung nicht bewusst waren, eine vierfach höhere Sterberate aufwiesen. Ärzte sollten daher verstärkt auf Anzeichen einer Unverträglichkeit achten. Denn in vielen Studien konnte gezeigt werden, dass die meisten Betroffenen nichts von ihrer Glutenunverträglichkeit wissen.

Zöliakie bedeutet, dass das Immunsystem auf das Klebereiweiß Gluten reagiert, welches in Weißen und anderem Getreide vorkommt. Sie ist nicht altersabhängig und kann sowohl bei kleinen Kindern oder erst im Seniorenalter ausbrechen. Zöliakie führt zu einer dauerhaften Entzündung der Schleimhaut des Dünndarms, was dazu führt, dass der Körper nicht mehr genügend Nährstoffe aufnehmen kann. So treten Mangelerscheinungen auf und es kommt zu Durchfall, Eisenmangel, Schlaflosigkeit oder sogar Depressionen.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Glutenunverträglichkeit nimmt zu”
  1. Tim sagt:

    Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden leider generell immer häufiger diagnostiziert. Ich bin mir nicht sicher, ob die Unverträglichkeiten generell zunehmen oder ob die Sensibilität der Ärzte höher geworden ist und somit eine Glutenunverträglichkeit heute schneller und öfter erkannt wird.