Depressionen: Ärzte und Kassen fordern Offenheit

November 13, 2009  
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Noch immer ist Deutschland geschockt vom Suizid Robert Enkes. Trotzdem besteht die Gefahr, dass seine Depressionen als tragischer Einzelfall übergangen werden. Denn noch immer gelten psychische Erkrankungen wie Depressionen als Tabu-Thema.


Berlin – Nach dem Freitod von Nationaltorwart Robert Enke fordern nun die Krankenkassen und Ärzte eine Enttabuisierung des Themas Depression. Studien zeigen immer wieder, dass die Zahl der Betroffenen steigt. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer gerade bei Depressionen weitaus höher liegt. Besonders bei Männern ist dies ein Problem, weil permanenter Leistungsdruck und eine hohe Erwartungshaltung sie davon abhalten, eine Behandlung zu suchen.

Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Fehltage aufgrund seelischer Leiden bei Männern um 12,5 Prozent gestiegen. Die Fehltage wegen depressiver Störungen forderten sogar 26,2 Prozent mehr Fehltage. Die finanzielle Belastung der Behandlung dieser Störungen kostet jährlich 3,8 Milliarden Euro. Die Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) weist darauf hin, dass rund 10 bis 15 Prozent aller Patienten mit Depressionen suizidgefährdet sind.

Die Tatsache, dass Depressionen so tabuisiert werden, führt dazu, dass viele mit ihren Beschwerden nicht zum Arzt gehen. Außerdem werden die Symptome oftmals nicht richtig eingeordnet. Ist eine Depression zweifelsfrei diagnostiziert, ist sie gut behandelbar.

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