Berliner Versorgung für HIV-Patienten ist in Gefahr

August 14, 2009  
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Seit 25 Jahren existiert in Berlin ein Versorgungsnetz für HIV-Infizierte und Aids-Kranke. Aufgrund einer Neuregelung im Zuge der Gesundheitsreform ist diese zuverlässige Versorgung nun akut gefährdet.

Berlin – Das bereits seit 25 Jahren bestehende ambulante Berliner Versorgungsnetz für HIV-Patienten ist laut Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) akut in Gefahr. In diesem Versorgungsnetzwerk arbeiten bisher Hausärzte, Internisten und zahlreiche Fachärzte zum Wohl der HIV-Patienten zusammen.

Fachärztliche Leistungen nicht mehr gefördert

Wegen einer Neuregelung, die am 1. Juli dieses Jahres in Kraft getreten ist, werden nun aber bestimmte fachärztliche Leistungen nicht mehr gefördert. Demnach werden nur noch die behandlungsführenden Hausärzte und Internisten für den Mehraufwand entschädigt, die Fachärzte jedoch nicht. Es steht daher zu befürchten, dass diese ihre Mitarbeit einstellen oder zumindest stark einschränken. Auf diese Weise würde sich die Qualität der Versorgung Berliner HIV-Patienten entscheidend verschlechtern.

Einzigartiges Ärztenetzwerk ist in Gefahr

Burkhard Bratzke, Vorstandsmitglied der KV Berlin sieht daher die Gefahr, dass „durch den Ausschluss der Facharztpraxen wird ein bundesweit einzigartiges Ärztenetz zerschlagen“ wird. Das wäre nicht nur sehr schade, sondern ein echter Verlust, denn besonders die Versorgung von HIV-Infizierten und Aids-Kranken ist ein wichtiger Teil der ärztlichen Arbeit. Diese Patienten benötigen die fachärztlichen Angebote mindestens genauso wie die persönliche Betreuung ihrer Hausärzte und Internisten. Daher wäre es der Politik nahe zu legen, dass sie diese Regelung überdenkt. Denn mit ihr wird sich nicht nur die Versorgung in Berlin verschlechtern, sondern in ganz Deutschland.

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