Alkohol schwächt Immunsystem

September 21, 2009 by  
Filed under Gesundheits-News

Darüber, dass übermäßiger Alkoholkonsum nicht gesund ist, sind sich die meisten Menschen im Klaren. Doch neben den zahlreichen Nebenwirkungen des Alkohols, die bekannt sind, wurde nun eine weitere nachgewiesen.

Alkohol schwächt das Immunsystem - Foto: pixelio.de

Alkohol schwächt das Immunsystem - Foto: pixelio.de

Berlin – Ãœbermäßiger Alkoholgenuss ist schädlich. Er verursacht nicht nur einen Kater am nächsten Morgen und kostet Gehirnzellen. US-Wissenschaftler haben nun nachgewiesen, dass Alkoholgenuss das Immunsystem für ganze 24 Stunden außer Gefecht setzt. So drohen besonders in dieser Zeit Infektionen.

Gefahr beim Oktoberfest?

Der Grund dafür ist, dass der Alkohol sowohl den Protein-Rezeptor TLR4 hemmt als auch die Produktion von bestimmten Molekülen, die bei einer Infektion den Antikörpern das Signal zur Abwehr der Eindringlinge melden. Diese Wirkung hat Alkohol schon während des Trinkens, sie hält jedoch laut den Ergebnissen von Stephan Pruett von der Universität Mississippi und Ruping Fan von der Universität Louisiana noch mindestens 24 Stunden nach dem Alkoholkonsum an.

Besonders jetzt, wo am Samstag das Oktoberfest in München eröffnet wurde, können sich auf der Wiesn die Bakterien und Viren wohl so richtig wohlfühlen und verbreiten. Zwischen Maßbier, Brezn und Weißwurscht haben sie es leicht, ihre Opfer zu finden.

Weintrinker haben das längste Leben

Seit Jahren wird es behauptet, nun ist es bewiesen: der maßvolle Genuss von Wein wirkt lebensverlängernd. Und nicht nur das. Den Ergebnissen der Studie zufolge ist komplette Abstinenz vom Teufel Alkohol nicht gesünder als sein Genuss.

Wageningen – Der maßvolle Alkoholkonsum senkt laut einer Langzeitstudie im Journal of Epidemiology and Community das Sterberisiko. Demnach haben Männer, die regelmäßig Wein, jedoch davon weniger als ein Glas pro Tag, tranken, die höchste Lebenserwartung. In der Studie wurden die Daten von 1373 Männern der Jahrgänge 1900 bis 1920 ausgewertet, die Zuphen, einem kleinen Dorf in der Provinz Gelderland in den Niederlanden, wohnen. Der Grund für diese Wahl war, dass die Bewohner dort den Ernährungsstil des typischen Mitteleuropäers pflegen, welcher einen hohen Anteil an Fleisch, tierischen Fetten und Knollengemüse wie beispielsweise Kartoffeln aufweist, dafür aber wenig Obst, Gemüse, Getreide und Ballaststoffe.

Trinkgewohnheiten verändern sich

Seit 1960 werden die Männer regelmäßig befragt. Im Laufe dieser Zeit änderten sich, vermutlich auch altersbedingt, ihre Trinkgewohnheiten. So stieg der Anteil der Männer, die regelmäßig Alkohol tranken, von 45 auf 86 Prozent. Der Anteil der Weintrinker unter den Männern nahm sogar von zwei auf 44 Prozent zu. Wie Martinette Streppel von der Universität in Wageningen berichtete, scheint ein leichter Alkoholgenuss den Teilnehmern durchaus zu bekommen. Denn die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass ein mäßiger Alkoholgenuss von maximal 20 Gramm pro Tag, also etwas ein halber Liter Bier oder ein Schoppen Wein, die Lebenserwartung eines 50-Jährigen gegenüber der vollständigen Abstinenz um zwei Prozent erhöht. Besonders günstig wirkt sich der Weingenuss aus. Weintrinker lebten durchschnittlich 2,5 Jahre länger als Biertrinker oder die Konsumenten von Spirituosen. Fast fünf Jahre betrug der Zeitraum, den Weintrinker gegenüber kompletten Abstinenzlern länger lebten.

Keine völlig abgesicherten Ergebnisse

Nach der Analyse der Ernährungswissenschaftlerin ist die protektive Wirkung des maßvollen Alkoholkonsums in erster Linie auf eine geringere Sterberate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Bei ihren Untersuchungen bemühte sich Streppel, andere Erklärungen wie etwa den sozioökonomischen Status oder die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten außen vor zu lassen. Jedoch lasse sich in einer solchen Beobachtungsstudie nie mit abschließender Sicherheit sagen, ob dies gelungen ist oder ob nicht eventuell doch zufällig mit dem Weinkonsum assoziierte Faktoren für die erhöhte Lebenserwartung verantwortlich seien.

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt)