Neun bestätigte Fälle von Schweinegrippe in Deutschland

Mai 6, 2009 by  
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Inzwischen gibt es neun bestätigte Fälle von Infektionen mit der Neuen Grippe, besser bekannt als „Schweinegrippe“. Auch der neunte Patient kam aus dem Mexiko-Urlaub.

Berlin/Magdeburg – Am Montag Abend gab das Robert-Koch-Institut bekannt, dass es einen neunten Fall von Schweinegrippe in Deutschland gibt. Ein junger Mann, der gerade aus dem Mexikourlaub zurückgekehrt war, zeigte Grippe-Symptome, ging daraufhin zum Arzt und es wurde das A/H1N1-Virus nachgewiesen. Die Einweisung in ein Krankenhaus war nicht notwendig, da seine Symptome nicht schwerwiegend seien, teilte das Gesundheitsministerium in Sachsen-Anhalt mit. Kontaktpersonen sind bisher nicht betroffen, werden aber vorsorglich mit antiviralen Mitteln behandelt. Die Anzeichen einer Erkrankung mit der Schweinegrippe sind den Symptomen einer normalen Grippe im Grunde sehr ähnlich: Unwohlsein, Gliederschmerzen, Fieber, Halsschmerzen, eine laufende Nase, Kopfschmerzen. Die Neigung zu Durchfall und Erbrechen ist beim Neuen Virus größer als bei der regulären Grippe. Auch können Erkrankungen der Atemwege einen stärkeren Verlauf nehmen und im Ernstfall sogar zu Lungenentzündungen führen. RKI sieht Stabilisierung der Situation Der Chef des RKI, Jörg Hacker, sieht trotz des neuen Falls eine „gewisse Stabilisierung“ der Situation in Deutschland. Grund zur endgültigen Entwarnung gebe es jedoch nicht. Auch in den nächsten Tagen müsse weiter mit Einzelfällen gerechnet werden. Weltweit liegt die Zahl der Infizierten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei mehr 1400, die Zahl der Todesopfer wurde von 26 auf 30 korrigiert. In Mexiko tritt langsam eine Rückkehr zur Normalität ein, auch wenn die Zahl der Erkrankten weiter steigt. Nachdem in den vergangenen Wochen das öffentliche Leben fast brach lag, sollen ab Mittwoch wieder alle Lokale, Schulen, Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen öffnen. Deutschlands größter Reisekonzern TUI fliegt indes Mexiko Stadt weiterhin nicht an und will diese auch bis Ende Mai nicht tun. Cancun auf der Halbinsel Yucatan werde jedoch weiter angeflogen. Bis Ende Mai können bereits gebuchte Flüge nach Mexiko kostenlos umgebucht werden. (Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

WHO versorgt Entwicklungsländer mit Tamiflu

Mai 4, 2009 by  
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In den westlichen Ländern geht die Angst vor der jetzt so genannten Neuen Grippe langsam zurück. Auch, weil man in diesen Ländern bezüglich der Grippemedikamente gut aufgestellt ist. Doch was ist mit den Ländern, in denen das nicht so ist?
Berlin – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird 72 Entwicklungsländer mit insgesamt 2,4 Millionen Einheiten des Grippemittels Tamiflu versorgen. Auf diese Weise sollen die ärmeren Länder der Welt gegen einen möglichen Ausbruch der Neuen Grippe gewappnet werden. Der zuständige Direktor der WHO, Mike Ryan, erklärte am Samstag in Genf, dass es zu diesem Zeitpunkt wichtig sei, dass alle Länder Zugang zu antiviralen Präparaten hätten. Mögliche Empfängerländer nannte er jedoch nicht. Zudem wies Ryan darauf hin, dass die höchste Pandemie-Warnstufe 6 noch nicht ausgerufen sei. Dafür müsse das Virus erst eine anhaltende Übertragung außerhalb Nordamerikas verursachen.

Der Pharmakonzern Roche aus der Schweiz kommt inzwischen einer Bitte der WHO nach und gab seinen Notvorrat an Tamiflu am Samstag frei. Dieser werde nach Ermessen der WHO in von der Neuen Grippe betroffenen Ländern eingesetzt. Die Weltgesundheitsorganisation selbst hat Vorräte von zwei Millionen Packungen Tamiflu in Form regionaler Bestände und einen drei Millionen Packungen umfassenden Notvorrat an bei Roche eingelagerten Medikamenten.

Produktionsmenge gesteigert

Darüber hinaus steigerte der Pharmakonzern die Produktionsmenge von Tamiflu, damit die wachsende Nachfrage gedeckt werden kann. Bereits in der vergangenen Woche war der Produktionsausstoß des Grippemedikaments an verschiedenen Stellen der Lieferkette erhöht worden.

In Deutschland nehme die Nachfrage nach Neuramidasehemmern allgemein zu, äußerte die stellvertretende Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Es gehe hierbei hauptsächlich um Tamiflu und Relenza, welche das Virus abbremsen könnten.

Warnung vor „vorbeugender“ Einnahme
Zwar lägen noch keine exakten Zahlen vor, doch sei die Summe der Bestellungen der letzten drei Tage etwa so hoch wie in einem typischen Grippemonat, so der Pressesprecher des Pharmagroßhändlers Gehe, Michel Binkert. Ein echter Run, wie derzeit in den USA zu beobachten, sei nicht erkennbar. In Deutschland bevorraten sich in erster Linie die Apotheken mit den Medikamenten. Im Falle einer Epidemie müssen sie die Patienten ausreichend versorgen können.

Vor einem eigenmächtigen, „vorbeugenden“ Einsatz der antiviralen Medikamente wird ausdrücklich gewarnt. Die Ärzte könnten das Medikament zwar vorsorglich verschreiben, wenn ein Patient beispielsweise eine Reise nach Mexiko plane, eingenommen werden sollten sie jedoch nur, wenn das Virus zweifelsfrei diagnostiziert wurde, warnen der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der internationalen Großhandels- und Apothekengruppe Celesio, Rainer Burghausen, sowie Rainhardt Hanpft, der Geschäftsführer der Apothekenkammer Hamburg. Ansonsten riskiere man, dass das Virus eine Resistenz gegen den Wirkstoff entwickle.

Mexikogrippe: Deutschland nicht allgemein gefährdet

April 30, 2009 by  
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Nach der Panik der ersten Tage normalisiert sich die Lage offenbar langsam. Mexiko relativierte die Zahl der Toten und auch die in Deutschland Erkrankten sind auf dem Weg der Besserung. Der erste vermeintliche amerikanische Todesfall stellte sich als mexikanisches Kleinkind heraus. Ist jetzt schon alles überstanden?

Berlin – Die Lage in Deutschland scheint nach den ersten Fällen von Schweinegrippe (Mexikogrippe, Neue Grippe) vorerst stabil zu sein. Der Präsident des Robert-Koch-Institutes, Jörg Hacker, informierte am Donnerstag, dass die drei Betroffenen sich gut erholen würden. Zudem sei keiner der acht Verdachtsfälle besonders auffällig. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte jedoch gleichzeitig davor, mit der neuen Influenza leichtsinnig umzugehen.

Laut Hacker besteht für die deutsche Bevölkerung „keine allgemeine Gefärdung“ durch das Virus. Alle Betroffenen hätten bisher einen „Mexiko-Hintergrund“ gehabt. Doch könne man „nicht ausschließen“, dass es auch in Europa zu Todesfällen kommt, mahnte Hacker. Dies entspricht auch der Meinung der EU-Kommission. Hacker betonte besonders, dass die vorhandenen Grippemedikamente wirksam seien.

Zwischen Panik und Entwarnung

Ulla Schmidt warnte zum wiederholten Mal davor, die neue Form der Grippe „auf die leichte Schulter zu nehmen“. Man solle „wachsam“ sein, aber nicht in Panik verfallen. Gleichzeitig betonte sie, froh zu sein, dass es einen Pandemieplan für Deutschland gebe.

Der RKI-Präsident beurteilte die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Warnstufe herauf zu setzen, als „sachgerecht“. Doch die Einschätzung des Risikos für Deutschland ändere sich dadurch nicht, so Hacker. Am Mittwoch Abend hatte die WHO wegen der häufiger auftretenden Fälle der Grippe die Warnstufe für eine Grippe-Pandemie von 4 auf 5 gesetzt. Die Generaldirektorin der WHO, Margaret Chan, begründete die Entscheidung damit, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch gegeben sei und in mindestens zwei Ländern der selben Region Infektionen aufgetreten sind. Die Skala geht bis Stufe 6.

Impfstoff wird noch nicht produziert

Indes sei die Produktion eines Impfstoffes noch nicht angelaufen, erklärte Hacker. Bislang habe es dazu noch kein Signal der WHO an die Arzneimittelhersteller gegeben. Doch die Entscheidung darüber werde in der nächsten Zeit fallen. Bis zu drei Monate könne die Herstellung des Serums brauchen. Zurzeit laufe jedoch die Züchtung von Viren in einigen Instituten wie beispielsweise dem Kitasato-Institut in Tokio.

In der Zwischenzeit sucht man nach der Quelle des A/H1H1-Virus. Hacker gab bekannt, dass derzeit geprüft werde, ob „es eine Schweinefarm in Mexiko sein könnte“. Die Struktur des Genoms mache es wahrscheinlich, dass ein Kontakt zu Schweinen bestand.

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

Schweinegrippe – Google Map

April 29, 2009 by  
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Die Schweinegrippe, besser gesagt die Infektionen mit dem Virus H1N1, breitet sich aus. Google hat jetzt eine Google Map eingerichtet auf der alle aktuellen Schweinegrippeinfektionen vermerkt sind. Obwohl bereits auch in Deutschland einige Fälle von Schweinegrippe aufgetreten sind fehlen hier noch die Markierungen in der Karte.


View H1N1 Swine Flu in a larger map

Vor Panikmache soll hier aber gewarnt werden. Denn den an Schweinegrippe erkrankten Deutschen soll es laut Spon schon besser gehen. Wer jedoch an die kommende Schweinegrippe-Pandemie glaubt sollte sich jetzt mit Atemschutzmasken gegen Grippe eindecken, denn langsam gehen die Atemmasken aus wie hier nachzulesen ist.

Schweinegrippe: erster bestätigter Fall in Spanien

April 27, 2009 by  
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Nachdem die Panik in Nord- und Mittelamerika bereits ausgebrochen ist, droht sie nun auch Europa zu überrollen. In Spanien gibt es einen ersten bestätigten Fall von Schweinegrippe. Weitere vier Personen, von denen aus Frankreich berichtet worden war, sind hingegen nicht mit dem Schweinegrippevirus infiziert.

Madrid – Europa hat seinen ersten Schweinegrippe-Fall. Ein erst vor kurzem aus Mexiko zurückgekehrter Spanier trug offenbar den mutierten Erreger des Typs A/H1N1 in sich. Das teilte der spanische Gesundheitsminister Trinidad Jiménez heute in Madrid mit. Frankreich konnte dagegen entwarnen. Bei den vier betroffenen Personen, die im Verdacht standen, ebenfalls die Schweinegrippe zu haben, konnte diese ausgeschlossen werden.

Seit dem Ausbruch der Krankheit in Mexiko sind weltweit die Gesundheitsbehörden beunruhigt. Zudem tragen die Medien ihren Teil zur Panik in der Bevölkerung bei. So haben die USA einen nationalen Gesundheitsalarm ausgelöst – obwohl kein einziger Amerikaner gestorben ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht der Schweinegrippe das „Potenzial einer Pandemie“ zu. Die deutschen Behörden hingegen raten noch zum Abwarten.

Lage in Mexiko weiter undurchsichtig

Mittlerweile spricht das mexikanische Gesundheitsministerium von mehr als 1600 Verdachtsfällen sowie 106 Toten, ohne jedoch anzugeben, wie viele der Toten tatsächlich an der Schweinegrippe gestorben sind. Auch wird die Ausbreitung und der Schweregrad der Erkrankungswelle derzeit noch untersucht. 19 der 32 mexikanischen Bundesstaaten sollen betroffen sein. In den USA gibt es 20 bestätigte Fälle, die aber alle milde verlaufen seien und von denen nur ein Patient in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Doch woher kommt dann die Panik? Unter normalen Umständen hätte keine dieser Erkrankungen Erwähnung in den Medien gefunden. Aber seit März diesen Jahres häuften sich in Mexiko die Fälle schwerer Atemwegserkrankungen, unter ihnen zahlreiche Fälle von schwerer Pneumonie mit Todesfolge. Die meisten dieser Erkrankungen wurden aus dem mittleren Mexiko gemeldet, einige jedoch auch aus dem Grenzgebiet zu den USA. Dies könnte der Grund dafür gewesen sein, dass die Gesundheitsbehörden von San Diego, das nahe der mexikanischen Grenze liegt, zwei grippale Infekte bei Kindern genauer untersuchte und einen Erregernachweis durchführte. Dieser Test ergab, dass beide Kinder Influenza-A-Viren in sich trugen und diese Viren müssen seit 2007 in den USA gemeldet werden. Ende letzter Woche wurde der Erreger der beiden Kinder als bisher unbekannte Variante des Schweinegrippe-Virus identifiziert und mit der Bezeichnung H1N1 versehen. Diese Mutation konnte auch bei einigen mexikanischen Fällen nachgewiesen werden und löste mit Hilfe der Medien panikartige Reaktionen weltweit aus.

Schweinegrippe ist nichts Neues

Bereits 1930 wurde das Virus der Schweinegrippe zum ersten mal isoliert. Seitdem gibt es immer wieder Varianten dieses Typs. In der Wissenschaft geht man davon aus, dass das Virus ursprünglich vom Menschen aufs Schwein übertragen wurde.
Das Genom des aktuellen Virus ist bereits entschlüsselt und ein verbesserter Schnelltest entwickelt worden. Dadurch dürfte die Zahl der Bekanntmachungen sehr wahrscheinlich in den nächsten Tagen steigen. Auch sind einzelne Fälle durch Reisende oder Rückkehrer aus Mexiko in Deutschland nicht auszuschließen.

Aus epidemiologischer Sicht unterscheidet sich das neue Virus durch seine Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch. Das zumindest folgerten US-Wissenschaftler, da keiner der Betroffenen dort Kontakt zu Schweinen gehabt hatte. Eine Übertragung vom Schwein auf den Menschen ist zwar möglich, gilt aber als sehr selten.

1976 gab es in Fort Dix, einem Militärlager in New Jersey eine kleinere Schweinegrippe-Epidemie unter 230 Soldaten. 13 Von ihnen erkrankten schwer. Edwin Kilbourne, ein heute 88-jähriger Spezialist erinnert sich an einen einzigen Todesfall. Nach diesem wurden damals 40 Millionen Amerikaner geimpft, wobei es mehrere hundert Fälle von Komplikationen gab und mehrere Tote. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sollten Gegenmaßnahmen gut geplant erfolgen und nicht aus einer Panik heraus..

Panik ist derzeit nicht angebracht

Auch die weltweiten Behörden warnten am Wochenende vor einer Panik. Die WHO wird die Heraufsetzung der Pandemiegefahr von Phase 3 auf Phase 4 erwägen. Phase 3 bezeichnet die seit Jahren bestehende „pandemische Warnphase“, in der es zwar Infektionen mit neuen Subtypen gibt, diese aber nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Phase 4 bezeichnet das gehäufte Auftreten eines neuen Subtyps mit begrenzter Übertragung von Mensch zu Mensch. Ob dies bei den wenigen bisherigen Fällen gerechtfertigt ist, wird die WHO diese Woche besprechen.

Darüber hinaus gibt es eine Falldefinition für die Schweinegrippe: Berechtigte Verdachtsfälle sind alle Personen, die Kontakt zu erkrankten Menschen oder Tieren hatten oder innerhalb von sieben Tagen nach der Rückkehr aus einem Gebiet mit bestätigten Erkrankungen (hauptsächlich Mexiko) akute Atemwegserkrankungen entwickeln, die folgende Symptome aufweisen:

  • laufende oder verstopfte Nase
  • geröteter Hals
  • Husten
  • Fieber
  • grippeähnliche Symptome wie Fieber über 37,8 °C plus Husten plus geröteter Hals

Da Grippeviren über Aerosole übertragen werden können, befürchten einige Experten bereits jetzt Überreaktionen in der der Bevölkerung. Dabei ist die Infektion durch direkten Körperkontakt wie Händeschütteln viel wahrscheinlicher. Auch ein Rückgang des Schweinefleisch-Verzehr wird befürchtet. In diesem Zusammenhang weist das Robert-Koch-Institut darauf hin, dass der Verzehr von Schweinefleisch unbedenklich ist, weil das Virus bei einer Temperatur von 72 °C abgetötet wird.

(Quelle: Deutsches Ärzteblatt)

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